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10 Jahre medienhilfe

Engagement aus Solidarität

Mehr als zehn Jahre ist es her, dass der wirtschaftliche, soziale und politische Zerfall des damaligen Jugoslawien in einer Reihe von Nachfolgekriegen eskalierte. Ab Sommer 1991 war Krieg wieder Realität in Europa – und Kriegsbilder gehörten zum Alltag auf den Bildschirmen. Sarajewo wurde zum Symbol dieses Krieges, in dem Hunderttausende Menschen ermordet, gefoltert, vertrieben, gedemütigt und um ihre Lebensperspektiven gebracht wurden.

Die Bilder des Krieges und seine Opfer bewegten auch die Schweiz. In Zürich fanden sich Medienschaffende und politisch Engagierte zusammen, um nach ihren Möglichkeiten zu suchen, der Kriegspropaganda aller Seiten etwas entgegenzusetzen. Aus ersten beruflichen Kontakten und einer ersten Veranstaltung entstand eine Initiative, die inzwischen zu einer Organisation mit zehn Jahren Erfahrung gewachsen ist. Aus dem Austausch zwischen Medienschaffenden enstand ein Netzwerk, das konkrete und materielle Hilfestellung bietet. Aus Betroffenheit entstand Verbindlichkeit, aus Improvisation entwickelte sich Professionalität.

Viel hat sich geändert in den zehn Jahren medienhilfe. Aktive Mitglieder sind gegangen, andere sind gekommen, Medienprojekte sind verschwunden, andere haben sich erfolgreich durchgesetzt, aus krisenorientierter Nothilfe entstand längerfristig angelegte Zusammenarbeit, von Kroatien und Bosnien-Herzegowina verschob sich der Arbeitsschwerpunkt immer mehr Richtung Süden nach Serbien, Kosov@, Mazedonien.

Heute ist die medienhilfe eine anerkannte Partnerin in der internationalen Zusammenarbeit, zum Beispiel als Mitglied der Media Task Force des Stabilitätspaktes für Südosteuropa. Diese Entwicklung war nur möglich, weil sich über zehn Jahre hinweg Dutzende von Leuten freiwillig und unbezahlt für die medienhilfe eingesetzt haben, weil Hunderte und Tausende von Menschen Interesse bekundet und Geld gespendet haben. Ihnen allen sei hier gedankt für die Solidarität mit den unabhängigen Medien und ihrem Kampf gegen Nationalismus und Ethnochauvinismus. 

Auch in Südosteuropa selbst hat sich viel verändert in diesen zehn Jahren. Stand früher der Kampf dissidenter Medien gegen ihre autokratischen Regierungen im Vordergrund, so sehen sich diese Medien heute vor die Herausforderung gestellt, ihren Beitrag zum Aufbau demokratischer Verhältnisse zu leisten, die Gesellschaft über die in ihrem Namen begangenen Verbrechen aufzuklären und die neuen Politiker an demokratischen Ansprüchen zu messen. Für die unabhängigen Medien gewinnt heute auch die Orientierung auf den langsam entstehenden und mittelfristig überlebenswichtigen Markt immer grössere Bedeutung.

Bei allen Veränderungen ist eines gleich geblieben: Die Arbeit der medienhilfe ist nur möglich, weil sie mit Engagement weit über das bezahlbare Mass hinaus geleistet wird. Die unabhängigen Medien im ehemaligen Jugoslawien haben bewiesen, dass sie dieses Engagement verdienen. Wir werden weiterhin versuchen, ihr Vertrauen in unsere Arbeit nicht zu enttäuschen.

Roland Brunner, Geschäftsführer medienhilfe

source: medienhilfe
published by: Vanda Mathis vma@medienhilfe.ch date of release on this site 15/4/2002

 

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