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Medienhilfe-Info 2002-1: Seite 2Medienhilfe 2002Medienhilfe gegen MinderheitenkonflikteSchon 2001 haben Minderheitenmedien eine wichtige Stellung in der Arbeit der Medienhilfe Ex-Jugoslawien eingenommen. Mit Unterstützung des Bundes (Eidg. Departement für Auswärtige Angelegenheiten EDA, Politische Abteilung IV – Menschliche Sicherheit) konnten Minderheitenmedien in Serbien und im Kosov@ gestützt werden. In Mazedonien haben es Gelder der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA/AZO, der PA IV, aber auch der US-amerikanischen Stiftung National Endowment for Democracy NED ermöglicht, neben mazedonischen Medien schwergewichtig auch solche der albanischen und der Roma-Minderheit zu unterstützen. Auf diesen Programmen und Erfahrungen baut die Medienhilfe ihr Jahresprogramm 2002 auf. Minderheiten als Prüfstein der DemokratieDer Umgang einer Gesellschaft mit ihren Minderheiten, die Gewährung von Bürgerrechten und Chancengleichheit unabhängig von Religion oder ethnischer Zugehörigkeit muss als Beweis genommen werden, wie weit sich zivile Werte gegen Vorurteile durchgesetzt haben. Unbestrittenermassen haben die “verspäteten Nationen” Südosteuropas hier grossen Nachholbedarf. Die Kriege der letzten zehn Jahre haben gezeigt, wie dünn die Decke der Zivilität war und wie tief der Abgrund ist, in den egoistische Machthaber und Kriegsprofiteure die Gesellschaften reissen können. Nach den politischen Umbrüchen der letzten zwei Jahre stehen die demokratisch gewählten Regierungen in der Region vor der Herausforderung, die Geister der Vergangenheit zu beerdigen und eine politische Kultur zu begründen, in der Mitglieder der Gesellschaft als Bürger und Bürgerinnen akzeptiert werden. Fortschritte in dieser Richtung sind zu verzeichnen: Das Ende Februar in Serbien verabschiedete Minderheitengesetz zeigt beispielsweise, dass das Land – trotz aller politischen Blockierungen – in den 18 Monaten seit dem Sturz von Slobodan Milosevic einen weiten Weg zurückgelegt hat. Medien als Forum der VerständigungGesellschaft und Politik müssen lernen, mit Minderheiten umzugehen und den gleichberechtigten Einbezug in den Alltag zu institutionalisieren. Damit sich eine Gesellschaft dieser Herausforderung stellen kann, braucht sie Mittel der Verständigung. Medien geben Minderheiten und Mehrheiten Stimmen, lassen sie ihre Meinung ausdrücken und aufeinandertreffen – im friedlichen, zivilen Austausch, der erst den Ausgleich ermöglicht und Konflikte in zivilen Formen ablaufen lässt. Minderheiten, die über Stimmen und damit über Öffentlichkeit verfügen, können ihre Interessen formulieren und sie in den politischen Prozess einbringen. Sie werden wahrnehmbar und damit auch integrierbar. Wo die Selbstverständigung fehlt, scheitert auch die Aussenverständigung; Kommunikation kommt nicht zustande, Konflikte werden zu Krisen und können zu Kriegen werden. Mazedonien hat letztes Jahr bewiesen, wie schnell das Fehlen von inter-ethnischer Kommunikation zum Boden für Radikalisierung und Ethnisierung werden kann. Inter-ethnische BrückenDie Medienhilfe Ex-Jugoslawien hat sich für das Jahr 2002 zum Ziel gesetzt, mit konkreten Medienprojekten inter-ethnische Brücken zu ermöglichen.
In den anderen Ländern Ex-Jugoslawiens treten Minderheitenkonflikte heute nicht mehr so offensichtlich zutage, sie bestehen aber weiterhin. Um den Aufbau eines zivilgesellschaftlichen Um-felds zu stärken, das die gleichberechtigte Integration von Minderheiten ermöglicht, plant die Medienhilfe die Unterstützung weiterer Projekte.
Medien können einen aktiven Beitrag zur Friedensförderung leisten, wenn sie sich dieser Aufgabe stellen und wenn sie darin unterstützt werden. Die Medienhilfe Ex-Jugoslawien wird versuchen, ihren Beitrag dazu zu leisten. source: Medienhilfe
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